Grabkapellen.  Friedhofskapellen.  Mausoleen.

Geweiht.  Geschändet.  Gesichert.

Bestattungskult ist eine der frühesten "Menschwerdungen" des Menschen, eine der wesentlichen Unterscheidungen zu anderen Lebewesen. Aus uralter, vorchristlicher Zeit sind Großsteingräber, Pyramiden oder Tempelanlagen sichtbare Hinterlassenschaften.

Die christliche Zeit ist geprägt von geweihten Friedhöfen samt Friedhofskapellen, daneben sind Grabkapellen und Mausoleen Bauwerke mit sakralem Hintergrund. Als Mischform schließlich historistische Gebäude in Parks im Stil des "memento mori". Auch diese Bauten sind vielfach Opfer von Krieg und Gleichgültigkeit geworden.

Die oftmals versteckte, abseitige Lage und die räumliche Nähe zu Gräbern führte in den vergangenen Jahren nicht selten zu Vandalismus oder zu Schändungen im Rahmen von Okkultismus (schwarzer Messen). Tröstlich, dass aber auch Gegenbewegungen in Form von Stiftervereinen und Sicherungsmaßnahmen anzutreffen sind. Schließlich sind Objekte in parkähnlichen Friedhöfen (Hamburg, Berlin, Hannover) zusätzliche Ziele von Spaziergängen mit Andachtscharakter.

Die besondere morbide Stimmung inspirierte viele Fotografen, die sich jedoch dem Schutz des Reliktes verpflichtet fühlen und die genaue Örtlichkeit nicht bekanntgeben.

Möllenbeck

Grabkapelle von Borck.

Auf dem Friedhof an der Dorfkirche die geringen Reste der alten Kapelle

Schwerte

Friedhofsmauern.

Das Erbbegräbnis der Grafen von Elverfeld tief im Wald hatte große Gräber und Gruften sowie eine mächtige Friedhofsmauer aufgewiesen; der Verfall seit den 1970ern ist augenfällig. Nur vereinzelte Grabplatten überdauern.

Solingen

Mausoleum Hammesfahr.

Die verfallende Grabkapelle von 1920 liegt inmitten der Kleingartenanlage Foch und ist ein Stück Industriegeschichte. Ungenutzt, seitdem die sterblichen Überreste des Industriellen Hammesfahr aufgrund neuen Gesetzes 1935 auf einen Friedhof überführt werden mussten.

Zörbig

Friedhofskapelle ?

Ruine im Rudolf-Breitscheid-Park, auch als Friedhofskapelle angesprochen.
Weitere Ermittlungen notwendig.

Pülswerda

Gruftkapelle, 1872 ?

Erbbegräbnis der Familie von Seydewitz, im Verfall.
Die Wildnis um den kleinen Saalbau könnte einst der Friedhof gewesen sein.

Reuthen

Mausoleum, 1881.

Die Gemeinde Felixsee ist mehr durch seine Kirchenruine am Ortsplatz Reuthen bekannt, doch im alten Schlosspark versteckt sich die Ruine des 1968 gesprengten, als Mausoleum vorgesehenen Bauwerks von Gutsherr Hermann Killisch von Horn.

Meißen

Lercha, Friedhof St.Nikolai.

Die Kapelle kann ihren ruinösen Zustand noch recht gut verbergen.

Wiesenbad

Mausoleum, 1922.

Oberhalb des Thermalbades liegt das verlassene Schloss Hohenwendel und an der oberen Hangkante die geringen Überreste der Familiengedächnis- und Hochzeitskapelle der Schlossbesitzer Kommerzienrat Schmidt, bald nach Weltkriegsende gesprengt und geplündert.

Lützschena

Grabkapelle, 19.Jahrhundert.

Im Schlosspark im Westen Leipzigs war erst nach der Jahrtausendwende der jahrzehntelange Verfall der Kapelle der verstorbenen Eheleute Speck von Sternburg gestoppt worden. Die Gruft befindet sich unweit separat.

Altenburg

Fürstengruft, 1841.

Der große kapellenartige Bau adelt selbst im ruinösen Zustand den Altenburger Friedhof; Mitglieder der herzoglichen Familie fanden hier bis 1919 ihre Beisetzung.

Eisfeld

St.Salvator, 1542.

Auf dem Friedhof der südthüringischen Kleinstadt stehen noch drei Fassadenseiten der alten Gottesackerkirche, deren Abriss 1901 gestoppt worden war.

München

Magdalenenklause, 18.Jahrhundert.

Im Park des Schlosses Nymphenburg befindet sich das schon ruinenartig angelegte Bauwerk, das die Grottenkapelle St.Maria Magdalena beherbergt. Seine Errichtung sollte an eine Eremitenklause erinnern und dem Kurfürsten einen Rückzugsort bieten.

Überblick.

Je 12 Objekte. Eine Auswahl.

Wiederaufbau (weiß)
Türme (hellblau)
Burgkapellen (ocker)
Grabkapellen (schwarz)
Spezialobjekte (rot)


Kartengrundlage:
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