Altmark.

Auf dem Weg von der Ostsee zum Harz erstreckt sich eine Region, die sich heute mehr denn je im Verkehrsschatten fühlen muss.  Flaches, landwirtschaftlich geprägtes Land, durchzogen von vielen kleinen Wasserläufen, unterbrochen von reizvollen Kiefernwäldern - die Rede ist von der Altmark.  Begrenzt von Elbe im Norden und Osten, von den Ausläufern der Lüneburger Heide im Westen sowie der Colbitz-Letzlinger Heide Richtung Magdeburger Börde im Süden, zeichnet sich die Gegend durch die Abwesenheit von Autobahnen (noch?) und Hauptbahnen aus.  Gewiss, die Hauptstadt der Altmark, Stendal, wird von der neuen Schnellbahnstrecke Hannover - Berlin berührt und sicher war die abseitige Lage nicht immer so ausgeprägt:  eine Vielzahl rühriger Kleinbahnen hatte das Land überzogen.  Und schon sind wir mitten im Thema:  "hatte" ist das Stichwort, und die daneben existierenden staatlichen Nebenbahnen sind bis zum heutigen Tage im kontinuierlichen Rückzug aus der Fläche, hier passt der Begriff wie die Faust aufs Auge.

Kursbuchkarte 1944.
Heute sind nur die fetten Hauptbahnen um Stendal unter Verkehr.


Nachgetragen:
gelb: ursprüngl.Trasse von Lüchow (bis 1940er)
magenta: alte Schmalspurdirekttrasse (+ 1928)
rot: neue Verbindungskurve Krinau
grün: alte Verbindung Jeggeleben-Winterfeld (+ 1926)
blau: alte Schmalspurbahn Faulenhorst (F) - Groß Engersen (G) - Vinzelberg (V) (+ 1922)

Nähern wir uns zunächst von Norden, also dem Wendland:  hier fällt auf die einstige Nebenbahn Salzwedel - Dannenberg  - sie lässt sich mittels paralleler Nebenstraße bequem verfolgen; 2004 machte der Oberbau einen guten Eindruck und auch der Bewuchs hielt sich in Grenzen.  Südlich Lüchow schließlich wird der Bahndamm zu einem Rad- und Wirtschaftsweg, grüßt das alte Bahnhofsgebäude von Lübbow in größeren An- und Umbauarbeiten.  Zwischen Lüchow und Lübbow gab es bis 1955 Pv und bis 1971 Gv.  Endgültige Reisezugeinstellung Dannenberg - Lüchow im Sommer 1975.

Südlich Lüchow, km 12 (Zählung von Salzwedel) Ehemaliger Bahnhof Lübbow Grenzbrückenwiderlager, Blick Süd (ex DDR)

Ein erster Höhepunkt ergibt sich mit den Widerlagerresten der einstigen Brücke über den Grenz-Graben bzw. Landgraben - dieser Bach bildete die Demarkationslinie welche in Form eines DDR-Wachturms in Sichtweite überdauert.  In diesem Landstrich war übrigens im Norden "der Westen" und im Süden der Osten.  Es ist nicht mehr weit bis Salzwedel, der pittoresken Stadt und einstigem Eisenbahnknotenpunkt; die Lüchower Strecke wurde natürlich nach dem Krieg in dieser Zone nicht mehr befahren. So ist sowohl der Damm der ersten, westlichen Trasse (heute mit neuer Umgehungsstraße überbaut), als auch der Einschnitt (große Kurve) der später errichteten niveaufreien Kreuzung mit der Hauptbahn Stendal - Uelzen ("Amerikalinie", auch Unterquerung der Straße nach Ritze), hauptsächlich wegen entbehrlicher Güterzug-Rangiererei erstellt, lange Zeit funktionslos, die West-Ost-Trasse jedoch wurde immerhin Ende der 1990er Jahre elektrifiziert wiederaufgebaut und sieht steigenden Güterverkehr.
Ein funktionsloser, schilderloser Bahnübergang zeigt die alte Geestgottberger Bahn (über Arendsee); sie hielt lange, nämlich bis 2004 "aus" und hatte 2008 noch ein funktionsfähiges Hauptsignal vorzuweisen:

Straßenbrücke über altem Lüchow-Bahn-Kurven-
Einschnitt, Blick Stendaler Bahn (dort keine Brücke)
Bahn aus Arendsee
BÜ entwidmet, aber...
...Hauptsignal in Funktion.  Pappelreihe markiert
den Lüchower Kurveneinschnitt (je 2008)

 

Salzwedel - ein einstiger Eisenbahnknotenpunkt.

Nach Errichtung der Hauptstrecke Stendal - Salzwedel - Uelzen (1870/73 = Berlin - Bremen "Amerikalinie") folgten die staatlichen Nebenbahnen Salzwedel - Oebisfelde (1889), Salzwedel - Lüchow (1891, s.o.) sowie sehr spät (1922) die Linie nach Geestgottberg (-Wittenberge).  Für Schmalspur- oder Kleinbahnen gab es ein reiches Betätigungsfeld.

Gewisse Berühmtheit der alte Bahnhof Bergen (Dumme), der 2014 zwar an der wieder betriebenen Fernstrecke gen Uelzen liegt, gleichwohl ortsfern ungenutzt im Verfall befindlich ist (Bild links), vor Ort jedoch mit informativer Tafel gewürdigt wird.  (Linktipp)

Von der Reliktlage her betrachtet stellt sich 2004 folgendes Bild dar:

Die einstige Salzwedeler Kleinbahn GmbH mit ihrer 1000mm-Strecke nach Dähre-Diesdorf existierte so zwischen 1901 und 1927:  ab Bhf Altpervertor strebte sie gen Südwesten, die spätere R248 rechtwinklig am südlichen Stadtrand kreuzend.  Nach der Umspurung 1927/28 verlief sie ebenso wie die Trasse nach Calbe (Kleinbahn von 1901, schon 1926 umgespurt, zuvor 1921 fusionierte Gesellschaften) ab Bhf Altpervertor zunächst gen Südosten um in einem großen Bogen die Oebisfelder Nebenbahn zu überqueren.  Heute sind damit die zwei Brücken über die Jeetzearme der alten Schmalspurtrasse Geschichte, Dammreste in Privatgärten aufgegangen.  Der weitere Verlauf der Regelspurtrasse, vielerorts begradigt sowie neu über Bonese verlaufend ist samt Oberbau noch zu begutachten während Schmalspurtrassenteile nur an wenigen Stellen (Bachbrückchen bei Kemnitz) deutlich hervortreten dürften. Allerdings ist im Ortsbereich Salzwedel-Perver die Trasse bereits zugunsten einer Umgehungsstraße abgebaut worden, ebenfalls abgebrochen der "neue" Bahnhof Altpervertor!

Im einstigen Kleinbahn-Gleisdreieck.  Im Rücken ist schon Lärmschutzwand der neuen Umgehungsstraße (2008)
Bhf Altpervertor, alte... ...und neue Version (je 2004)

Diese Nebenbahn, nun 36km lang, firmierte 1972 unter der DR-KBS 766 Salzwedel - Diesdorf und sah täglich dreieinhalb Zugpaare.  Das Ende: Einstellung Personenverkehr ab Dähre 1993, Rest 1995, letzter Güterverkehr 1994. Mehr unten.

Erst zu DDR-Zeiten schließlich dürfte ein Abzweig von der Oebisfelder Strecke zur Badeler Trasse mit Einmündung bei Kricheldorf in Betrieb genommen worden sein, wohl um trotz Einstellung der alten Salzwedel - Badeler Strecke (1981) in der Ortslage Salzwedel / Altpervertor die damals noch wichtige Strecke Richtung Kalbe, vor allem aber über Kricheldorf (seit Fusion mit Sienau genannt Krinau, Fahrtrichtungswechsel) das große Düngemittelwerk in Salzwedel erreichen zu können. Nach Einstellung der Salzwedel - Oebisfelder Strecke im September 2002 (1998/99 unter der KBS 301 noch Zweistundentakt) findet sich somit südlich der Kreisstadt, am ehemaligen Abzweig Jeetze (einst mit Stellwerk) ein reizvolles "Ex-Mehrbahnen-Ensemble":

Bhf Altstadt an der Oebisfelder Strecke
Nach 200m kreuzte einst die
schmalspurige Diesdorfer Strecke
unten von Oebisfelde (Ende 2002),
 oben von Diesdorf (Regelspur, Ende 1995): Blick
Salzwedel, mit Düngemittelwerk (an Badeler Strecke)
Die Brücke der "neuen" Diesdorfer Regelspurbahn 
Abzw Jeetze (Stellwerk abgetragen): links Neubaukurve
Ri Kricheldorf, rechts Ri. Oebisfelde
Dito
vorne Neukurve Kricheldorf, hinten Ri. Oebisfelde
Links neue Kurve Richtung Kricheldorf (- Badel)
Rechts alte Landstraße, mit neuem besserem Radweg (je 2004)

 

Salzwedel - Winterfeld  [209d]
1000mm eröffnet 1902 (19km); 1926 bis Jeggeleben umgespurt, dann neue Trasse bis Badel; Jeggeleben-Winterfeld abgebaut.
Relikte:  überwucherte Trasse (tw. Gleis) bis Badel; Jeggeleben-Winterfeld völlig abgegangen, evtl. im Wald Baumaltersdifferenzen.

Situation (Befahrungen April 2004 und Mai 2008):
Gleise liegen von Krinau bis kurz nach Fuchsberg (vielleicht noch weiter), auch von Krinau Richtung Salzwedel, (die Strecke ist mit dem Rad nicht befahrbar). Alle Bahnhöfe bzw. Haltepunkte von Krinau bis Benkendorf sind noch da, Buchwitz (Stappenbeck Nord), Stappenbeck und Mahlsdorf sind mittlerweile Wohnhäuser. Gleisreste sind in der Straße bei Stappenbeck und Mahlsdorf eingebettet. Das Wartehäuschen in Benkendorf gammelt weiter vor sich hin. Von Büssen (Benkendorf Süd) ist nichts mehr vorhanden, überwucherte Gleisreste liegen im Wald zwischen Büssen und Jeggeleben (Foto). Jeggeleben wird wohl als Garage genutzt, Mösenthin-Zierau (J. Süd, ein früheres Ausflugslokal “Feine Sache“) ist zum Wohnhaus umgebaut worden. Zwischen Jeggeleben-Süd und Badel liegen noch einige Gleisreste, sind aber sehr schwer zu erkennen. 
Die Gleise liegen noch hinter Badel bis kurz vor Kalbe. Bühne-Güssefeld ist sehr gut erhalten (Wohnhaus, s.o.), der Hp. Vahrholz ist schon längst verschwunden.
In Kricheldorf, wo die beiden Strecken von Abzw.Jeetze und von Perver (Düngemittelwerk) zusammenkamen, gab es (laut Meßtischblättern) offenbar eine Wegbrücke: an dieser Stelle war 2008 aber nur jener abgebildete Weg-BÜ zu sehen:

Kricheldorf: von Jeetze,... ...etwas nördlicher Strecke v/n Perver Beide Trassen nähern sich niveaulich an
Kricheldorf Hp: Gleise bei Straßenausbau
ausgerissen (im Rücken BÜ B248) je 2008
Stappenbeck 2011:
Wohnhaus und Gleisrest

 

Die angesprochene Strecke Richtung Stendal, über Badel (Jeggeleben-Badel ja eine "Neubautrasse" von 1926) und Kalbe (Milde) führt uns mitten ins Herz der "Eisenbahn-Altmark".  Zwar sah die Strecke unter der DR-KBS 759 1972 auch nur drei Zugpaare (nur bis 1980), letzten Güterverkehr sogar schon 1981, ist aber als erkennbare Bahntrasse bis heute erhalten.  Südlich Badel (langjähriger Abzweigbahnhof in Keillage) gab es seinerzeit (1972) als KBS 761 sogar fünf Zugpaare in der Relation Beetzendorf - Badel - Kalbe; immerhin erlebte der Reisezugbetrieb hier die gesamtdeutsche Zeit (1991).  Bei Betrachtung des guten Oberbaues stellt sich etwas Wehmut ein, der angesichts winziger Dörfer und ganzheitlicher Betrachtung schnell wieder verfliegt...

Einfahrt Badel von Süden
Einstige Wegbrücke abgetragen
Oberbau in den 1980ern erneuert
Doppelkreuzungsweiche ruinös
Hochrampe hinten noch vorhanden
Renovierter Bahnhof privat
Links nach Beetzendorf (bis 1991)
 rechts nach Salzwedel (bis 1980/81)

Vielleicht ist Kalbe an der Milde das Symbol für das Ende der Bahn in der Altmark schlechthin; der einst riesige Zentralkleinbahnhof (zehn Gleise, dreigleisiger Lokschuppen und zusätzlicher Triebwagenschuppen) mit seinem mächtigen Empfangsgebäude (großzügig umgebaut 1938) ist nurmehr ein Schatten seiner selbst.  1967 (Ende Pv Ast Wernstedt - Gardelegen), 1991 (Ast Badel - Beetzendorf) und 2001 (Ast Hohenwulsch) sind die traurigen Zeitdaten.

Alter Bahnhof Bühne-Güssefeld
Personenverkehr bis 1991
Kalbe (Milde) - Bahnhofsneubau von 1938
Heute davor großer Busbahnhof
Kalbe: Triebwagenschuppen
Blick Hohenwulsch

Zwischen Badel und Kalbe führte die Überlagerung der zwei Strecken Kalbe - Beetzendorf und Salzwedel - Kalbe zu einer recht großen Zugdichte; so sah der Bahnhof Bühne-Güssefeld (gelegen zwischen beiden Ortschaften in freiem Feld) im Winter 1972 zwischen 4.58 und 21.47 immerhin 14 Reisezüge werktags.
Zugballungen im Winter 1944 in Calbe:
8.35 Einfahrt Zug aus Bismark, 8.43 Einfahrt Zug aus Klötze, 8.48 Einfahrt Zug aus Salzwedel.
8.50 Abfahrt Zug nach Gardelegen.
9.00 Einfahrt Zug aus Beetzendorf, Weiterfahrt 9.06 nach Bismark.
9.10 Rückfahrt Zug nach Salzwedel.
Die Züge aus Klötze / nach Gardelegen müssen über Wernstedt, die Züge aus Beetzendorf / Salzwedel über Badel
.

 

Reisebeispiele

Eine Ost-West-Querung der Altmark verdeutlicht die Vielfalt aber auch Länge einstiger Reisemöglichkeiten:

km Ort 1928 Abzweigalternative Ort (KBS) 1972 Abzweigalternative
0 Stendal              ab 11.04   Stendal  (757)       ab 11.03  
20,0 Bismark (Klbf)      an   Salzwedel; Schorstedt bis 1949 Hohenwulsch         an 11.32 Salzwedel (757)
0

ab

11.40  

(758) ab

11.38  
15,2 Calbe (Milde)       an 12.17 Wernstedt - Klötze bis 1967/70 Kalbe (Milde)          an 12.24 -
0

ab

12.25  

(761) ab

12.28  
9,8 Badel                  an 12.48 Salzwedel Badel                    an 12.47 Salzwedel (759)
 

ab

12.49  

(761) ab

12.57  
27,1 Beetzendorf         an 13.39 Klötze; Dambeck (-Salzwedel) Beetzendorf (S-A)   an 13.30 Klötze / Dambeck (764)
0

ab

14.22  

(765) ab

14.13  
3,9 Rohrberg             ab 14.36 Zasenbeck bis 1945, Hanum bis 1961 Rohrberg                ab 14.21 -
17,2 Diesdorf              an 15.24 Dähre (-Salzwedel) Diesdorf (Altm)     an 15.08 nur bis 1973
0

ab

15.30  

nach Wittingen

   
12,0 Wittingen           an 16.07  

abgebaut seit 1945

   

Unterstrichene Zeit bedeutet Umstieg in neuen Zug.

Im Jahre 2004 wurde -neben erwähnter Schnellstrecke- auf folgenden Strecken Personenverkehr angeboten:

KBS 303 Salzwedel - Geestgottberg - Wittenberge   Auslaufbetrieb an Wochenenden, seit Dez 2004 ohne Verkehr.
KBS 305 (Magdeburg- ) Stendal - Wittenberge  (einst IR-Strecke)
KBS 304 Stendal - Salzwedel - Uelzen (wiederaufgebaute "Amerikalinie", Pause zwischen 1951 und 1999)
KBS 307
Stendal - Tangermünde: bemerkenswert 1944/45 der Anschluss über die Elbe-Straßenbrücke an die Jerichow-Schönhausener Bahn.

Im Sommer 2011 fanden Restaurierungsarbeiten im Bereich Arendsee statt mit dem Ziel einer Wiederaufnahme eines Fahrbetriebs.

Gleisseiten Arendsee... ...und Genzien 2011(gesehen von alter F/B190)

Update:  Die einstige eingleisige "Königsstrecke" Oebisfelde - Klötze - Salzwedel ist auch 2017 ohne Verkehr; im südlichen Abschnitt bereits abgebaut.  Auf der Webseite "www.altmarkeisenbahn.de" zeigen Frank Jürgens und Jürgen Hartmann umfangreichste Stimmungsbilder dieser und anderer Strecken; trotz Bestreitens "blühender Landschaften" bezeugen die Fotodokumente ebendies ;-)   Der Chronist hier genoss und genießt jedenfalls jeden noch so kurzen Aufenthalt in der Altmark ob seiner Entschleunigungswirkung:

Kusey 2011 Klötze, von der Mixed-Zone gesehen (2011)


Details der Altmark-Strecken mit Befahrungsberichten:

Klötze - Vinzelberg  [210k]
Die immerhin 47km lange, in 750mm ausgeführte Nebenbahn konnte gesamt 1901 eröffnet werden. 1926 schließlich erfolgte eine Umspurung des 19km langen Teilstücks Klötze - Faulenhorst (I; Anschluss nach Gardelegen und neue Kurve zum Bf Wernstedt der Gardelegen - Kalbe - Bahn) und die Stillegung des Abschnitts Faulenhorst - Vinzelberg (II). Einstellung des Personenverkehrs Klötze - Vinzelberg 1970.

Vinzelberg 2014:

Abseits der Fernbahn das alte Gebäude der Nebenbahn mit verblichenem Schriftzug,
davor ein Waggon auf demonstrativem Gleisrest, offenkundig in Nachwendejahren als Imbiss verwendet;  nahebei befindet sich eine Fernstraßenkreuzung.



Situation
Klötze-Wernstedt (Befahrung Mai und Juni 08, Wernstedt-Neuendorf auch Sep 07, Faulenhorst auch 2004):
Der Abzweig der Strecke in Klötze von der Strecke Oebisfelde-Salzwedel nördlich der Bahnhofstr. ist gerade noch erkennbar, das Gleisbett ist von hier in voller Länge bis Klötze Nord vorhanden. Die BSK in Klötze Nord ist noch da.
In Hohenhenningen gab es (nur) ein Holzwartehäuschen am ca.50m langen Bahnsteig nahe des Wegübergangs am Ortsrand, ganz ähnlich die Situation in Faulenhorst (Stein, su.); Fahrkarten mussten in einer nahe Kneipe erworben werden. Zwischen Hohenhenningen und Lockstedt (ca. auf halber Höhe) sind Schwellenreste vorhanden. Die Trassenführung vor Lockstedt (über ca. 300-400 m) ist gut erkennbar, der Bahnhof Lockstedt wurde zum Wohnhaus umgebaut (laut E-Mail-Wechsel mit dem Eigentümer soll der Stationsname vorhanden sein, zur Zeit wegen dicken Bewuchses nicht sichtbar). In Neuendorf war der Bahnsteig vor der Dorfstraße rechts, also Seite der Brüchauer Straße. In Brüchau lag der Hp. in der Nähe einer Häuserreihe (heißt “Ziegelei“) unweit der dortigen (längst aufgegebenen) Ziegelei nahe am Wald. EGs von Kakerbeck und Winkelstedt sind zu Wohnhäusern umgebaut worden. Der Hp. Faulenhorst existiert noch als gut erhaltenes Betonwartehäuschen (sogar mit Namen!, erst in den 1960ern errichtet). Die Trassenführung zwischen Faulenhorst und Wernstedt ist gut erkennbar, der Bahnhof Wernstedt ist zum Wohnhaus umgebaut worden. Die Trasse zwischen Wernstedt und Groß Engersen ist zum Wirtschaftsweg ausgebaut worden, der Bahnhof Groß Engersen zum Wohnhaus umgebaut (sieht aber immer noch wie ein ordentlicher Bahnhof aus).  Es soll lt. einem Anwohner ein Huckel in der Straße nach Wiepke – unweit der damaligen LPG - auf den Anfang der Fortsetzung der Strecke nach Vinzelberg hindeuten.
Mit dem Rad läßt sich die Strecke wegen der Streckenführung nur teilweise befahren, hauptsächlich zwischen Neuendorf und Wernstedt, kurz vor Lockstedt und stellenweise auf bzw. neben der Schotterpiste zwischen Klötze und Klötze Nord.

I: Widerlagerrest einer Brücke Hohenhenningen I: Bahnbrücke über Purnitz mit Inschrift
"1920" im Zustand 2011 ! Nahe Lockstedt.
I  Der Damm bei Kakerbeck.
Breiter Wirtschaftsweg (2008).
I  Faulenhorst - das Wartehäuschen 2004.
II  Zwischen Faulenhorst und Gr.Engersen 2008.
Weg. Neuere Gardelegen-Calbe-Bahn (s.u.)
schwenkte nach rechts - unsichtbar. 
Groß Engersen, Bahnhof 2008. Südl. Gr.Engersen 2008:  links einst nach
Vinzelberg II; rechts von Gardelegen (210a, s.u.)

Dank für Hinweise an Bernd Dieterichs

Gardelegen - Calbe / Kalbe(Milde) [210a]
Diese kurz eigenständige Kleinbahn-AG ging bald -mit ihrer 22km langen Normalspurstrecke von 1904- in der Großfusion der Altmärkischen Kleinbahn GmbH auf;
In Groß Engersen 1901-1926 Anschluss an Schmalspurbahn Klötze-Vinzelberg. Nach deren Umspurung (und neuer Kurve Wernstedt - Kalbe) nun in Wernstedt Anschluss der Bahn von/nach Klötze.  Dieser Südast wurde 1967/68 vom Personen- und Güterverkehr und 1970 vom Gleis "befreit".  Allerdings ist im Stadtgebiet Gardelegen noch bis in die 1990er der alte Kleinbahnhof und mit ihm diverse Gleisanschlüsse im Güterverkehr bedient worden.
Situation (Sep 2007, Mai 2008):
Hinter dem ehemaligen Bahnhof Gardelegen Anschluss trifft man zunächst auf mehrere verkrautete Gütergleise, das Gleis nach Kalbe zweigt hier vom Letzlinger Gleis ab (die Weiche wurde im Zuge der Reakti­vierung der Letzlinger Strecke ausgebaut, deshalb kann man die Abzweigstelle nicht genau erkennen).  Vor dem Laugebach wird erst ein Mini-Bach (der Nesenitzbach) überquert. Vor dem Nesenitzbach sind einige Gleisreste mit etwas Mühe auffindbar. Hinter der Brücke überqueren die Gleise – jetzt gut sichtbar - die Verlängerung der Mühlenstr. Kurz hinter dem Laugebach steht auch heute noch eine P-Tafel. Vor der Freiligrathstr. fehlen etwa 50 m Gleise, wo sich ein Anlieger auf dem Planum breitgemacht hat. Hinter der Freiligrathstr. verschwinden sie wieder und tauchen – völlig überwuchert - kurz vor dem ehemaligen Hp. Stendaler Tor wieder auf. Auf beiden Seiten der Stendaler Str. steht hier ein Schild “HALT – vor Weiterfahrt Wegübergang sichern!“ Auf dem BÜ wurden die Gleise im Zuge der Straßensanierung 1996 ausgebaut. Ab hier sind die Gleise gut erhalten. Der Laugebach kommt kurz vor dem Bf. Gardelegen Nord (früher: Salzwedeler Tor) wieder zum Vorschein und wird mittels einer baufälligen Brücke überquert. Am Bf. (Gleisseite) ist die Aufschrift Gardelegen Nord mit Adleraugen gerade noch zu erkennen. Nachdem die Gleise zu Ende sind, taucht ein Verbotsschild “Betreten der Bahnanlagen verboten“ (!) an der Isenschnibber Str. auf (wie auch am Stendaler Tor und am Laugebach am Bf. GA-Nord). Den weiteren Verlauf bis zur B 71 kann man noch über einige hundert Meter erahnen, dann wird es zu einem Puzzlespiel.  
Ein Radweg verläuft heute auf der ehemaligen Trasse parallel zur B 71 ungefähr von der Straße nach Isenschnibbe bis kurz vor Estedt. Den Hp. Ackendorf kann man erahnen, der Bf. Berge ist heute ein Wohnhaus (BSK auch sichtbar). Laatzke: gleicher Kommentar wie Ackendorf. Der Bf. Estedt beherbergt heute eine Arztpraxis und ist sehr schön restauriert worden. Der Bf. Wiepke ist auch in gutem Zustand (Wohnhaus), aber nicht restauriert. Engersen und Wernstedt: s. Kommentar zu Klötze-Wernstedt (-Vinzelberg).
Der Streckenverlauf hinter Wernstedt Richtung Kalbe – parallel zur Straße - läßt sich bis zum Schanzgraben verfolgen. Dieser wird mittels einer kleinen Brücke – nicht mehr ganz parallel zur Straße - überquert, die Trasse schwenkt dann von der Straße ganz weg gen Kalbe und scheint wegen des sumpfigen Geländes mit dem Rad nicht passierbar zu sein.
Der Bf. Kalbe und der Triebwagenschuppen sehen genauso aus wie bei den Besuchen (2003,2004) – besonders der Bahnhof macht einen guten optischen Eindruck von beiden Seiten.

Brückchen Nesenitzbach 2008. Gardelegen 2007:
Die Laugebachbrücke mit Warnschild
Gardelegen 2014:
Ein Park auf altem Bahngelände
Gardelegen 2008:
Der Kleinbahnhof Salzwedler Tor Straßenseite
...und Gleisseite,... ...Reste Bahnsteigkante 2008.
Alter Bahndamm nahe Wiepke 2008. Schön renovierter Bahnhof Wiepke 2008.

 

Salzwedel - Diesdorf  [210n]
1000mm eröffnet 1901 (31km); umgespurt und neue 5km längere Trasse über Bonese 1927/28.  Stillgelegt 1993-1995.
SituationBefahrungen Diesdorf-Tylsen 13.05.05, Rest 31.10.05, Diesdorf-Bonese 27.04.07, SAW-Altpervertor (Neubau-EG) und Gelände SAW-Neustadt 16.04.04 sowie Mai 2008: 
Das Neubau-EG in Salzwedel-Altpervertor (s.o.) ist Anfang 2008 abgerissen worden!  Ansonsten sind alle Stationen – mit Ausnahme von Steinitz und Steinitz-Ost - noch vorhanden, manche davon, besonders diejenigen zwischen Diesdorf und Bonese, sind in einem wirklich erbärmlichen Zustand (zB Schadewohl, Bonese-Süd – s. Fotos). Bonese ist mittlerweile ein richtiges Sammelsurium für Gerümpel geworden (s. Foto). Der Bf. Dähre ist noch gut erhalten. Im Wartehäuschen in Winkelstedt liegen (bzw. lagen zur Zeit der Befahrung) vier Sofas!  Reste eines alten Fahrplans (von ca. 1991) sind im Inneren des Wartehäuschens Schadeberg-Dülseberg vorhanden. Zu dieser Zeit verkehrten offensichtlich mehrere Zugpaare täglich, auch sonntags. Die Fahrzeit für die Gesamtstrecke nach Salzwedel betrug 78 Minuten.  
Am 16.04.04 lagen noch Gleise auf dem Gelände des ehemaligen Kleinbahnhofs Salzwedel-Neustadt herum. Das Schild “Gleis 2s - Zu den Zügen Richtung Diesdorf“ und ein wackliger Zaun in der Bahnhofstr. waren auch noch vorhanden. Ein Jahr später war alles restlos weg. Gleise lagen (2005) vom Abzweig Jeetze bis kurz hinter der B 248; 2008 waren zumindest Schwellen und BÜ-Gleisreste -so in Tylsen- vorzufinden:

Tylsen: BÜ mit K1401.
Blick Dähre
Der Hp Tylsen sehr verwunschen im Wald Hier gab es zur Umspurung eine kleine
Trassenverschiebung - dies die Urtrasse ?!
Vor Wallstawe - breite Zufahrten zu
Rohstoffbezogenen Einrichtungen
Trasse kommt fast unsichtbar herein zum... ...einsamen Hp Wiershorst
Dähre, weites Bahngelände, überwuchernd. Hier noch Schienen zu erahnen Der Damm Richtung Bonese (je 2008)
Bonese Bhf 1995... ...und 2005 Bonese Süd 2007 - ehem. Wartehäuschen
Dähre 2008:
die alte Diesdorfer Direkttrasse
Hp Schadewohl 2007 an der "Neutrasse"

 

Bismark - Calbe(M) - Beetzendorf  [210f]
Eine der ältesten (1899) Kleinbahnstrecken, noch dazu zentral, mit diversen Anschlüssen/Abzweigen.

Winterfeld, ehem.Hp an B71 (2011) Beetzendorf: verrammelter Bahnhof Der hm-Stein 36,6 (von Oebisfelde)
Links (Laternen) ein altes Agl; rechts Staatsbahn Links einst nach Kalbe, rechts Oebisfelde (je 2008)

In Beetzendorf konnte 1944 diese Zugballung gesehen werden:
12.15 Einfahrt Zug aus Hanum, 12.28 Einfahrt Zug aus Wittingen, 12.45 Einfahrt Zug aus Bismark.  Alle warten/pausieren.
12.50 Einfahrt Zug aus Oebisfelde, Weiterfahrt um 12.54 nach Salzwedel.
14.40 Rückfahrt nach Bismark, 14.42 Rückfahrt nach Wittingen, 14.52 Rückfahrt nach Hanum

Beetzendorf - Diesdorf - Wittingen  [210h]
Zwischen 1903 und 1909 eröffnet, vorwiegend für den Güterverkehr benötigt.  Nicht zuletzt wegen Zonengrenzunterbrechung bei Waddekath-Rade schon 1945 stillgelegt (westlich Diesdorf); Ostast Diesdorf - Beetzendorf 1973 stillgegelegt.
Relikte: Bahndämme großteils gut zu erkennen, stellenweise Wirtschaftsweg bzw. Fußpfad

Bei Beetzendorf Damm teils Waldweg,... Rohrberg, Blick zurück, rechts hoher Damm von Hanum (s.u.) Der Damm Richtung Diesdorf (je 2008)
Unsichtbare Trasse von Rohrberg Bahnhof Diesdorf, viel freie Flächen
Huckel ist alter BÜ, die Trasse im Wald östlich... ...Waddekath erahnbar; Vor Grenze Wüstung
Wittingen, ehem.Bhf Süd; die Trasse war dahinter, ...hier die auch wüstliegende einstige Oebisfelder Bahn (je 2008)

 

Rohrberg - Hanum - Zasenbeck  [210g]
Ab 1911 weitere Querverknüpfung der Strecken Oebisfelde - Wittingen bzw. -Salzwedel. Schon im Weltkrieg Verkehrseinschränkungen, zu DDR-Zeiten Personenverkehr bis Hanum bis 1961, Gesamtstilllegung 1968 bzw. 1975 (Teilstück Rohrberg - Jübar)
Relikte: Brücke und Gleisrest im Grenzgebiet; mehr oder weniger wüste Dämme.  Aufwändiges Gedenkschild an Landesgrenz-Parkplatz der Kreisstraße.

Der Damm in der Ohre-Aue, Blick Hanum Die Ohrebrücke Schienen, Damm in Niedersachsen
abgetragen (Blick).  Je 2008

Tangermünde - Lüderitz  
1903 in 750mm eröffnet (18km); Demker-Tangermünde 1917 abgebrochen, Rest 1920 stillgelegt und abgebaut.  Kaum Relikte vorhanden, Trasse selbst in DTK25 schwer zu verorten; immerhin Erinnerungsstein in Lüderitz
Relikt:  Unterquerung der Magdeburger Strecke bei Demker verschwunden. Siehe stillgelegt.de. An dieser Stelle winziger Durchlass.

Tangermünde, Damm Lüderitzer Straße Richtung Grobleben Grobleben
Elversdorf Demker, alter Kleinbahnhof Demker, altes Stellwerk der DR/DB
Demker, EG der Reichs-/Deutschen Bahn Demker, Straßenseite 2014 Durchlass an alter Stelle (2014)
Bellingen, ehem. Kleinbahngelände Richtung Hüselitz
Weg zwischen Hüselitz... ...und Klein Schwarzlosen Lüderitz, der Gedenkstein  (o.J.: 2009)

 

Deutsch Pretzier -  Osterburg  [210t]
39km lange, eben verlaufende regelspurige Kleinbahn, eröffnet Juli 1914, Kleinau West - Pretzier 1969 stillgelegt, Rest Pv bis Sep 1975, Gv bis 1976.  Kreuzte in Klein Rossau (Fahrtrichtungswechsel) die Kleinbahn Stendal - Arendsee (s.u.).
Relikte:  Agl südl Osterburg; Durchlässe der Markgraben um Flessau; Biesebrückenwiderlager bei Gladigau ?;
Einschnitt bei Sanne, Damm bei Kleinau

Unscheinbar nach Osten bei Dt.Pretzier Fläche des alten Bhf Kl.Gartz Von Rönnebeck, BÜ kurz vor Klein Rossau  a
Klein Rossau, berühmter Kreuzungsbahnhof
EG privates Whs, Rest Kopframpe 
b
Klein Rossau, Blick Richtung Süd, wohin drei
Gleise führten
c
Osterburg, km 38.  Gleise hier wegen langjähriger
Rest-Agl-Bedienungen (je 2008)
2011: Bahnhöfle Storbeck Rückseite Trasse Richtung Storbeck Gleisende bei Osterburg-Schilddorf
Gleisreste in Schilddorf Prellböcke (vgl List-Buch!) und... ...Einfahrt Kleinbahnhof Osterburg

 

 

Stendal - Arendsee  [210q]
48km lange regelspurige Bahn 1908 eröffnet
Relikte: Überquerung der Wittenberger Bahn bei Borstel; Biesebrücke bei Rossau; Überquerung der Berliner Bahn östlich Stendal. In Borstel Agl zu Militärflugplatz.

d  Südl.Klein Rossau die Brücke über den
Markgraben; eine tolle Zweibahnenstelle, denn...
...unweit östlich auch das Brückle der Osterburger
Strecke, deren Trasse...  
e
...im Wäldchen als Bahndamm knapp
erkennbar ist (Streckendetails s.o.), je 2008  
f

Klein Rossau, der berühmte Kleinbahn-Kreuzungsbahnhof.  Von Nord (Orte Rossau) nach Süd (Flessau) verläuft die Altmark-Längsbahn seit 1908.  Sechs Jahre später gesellt sich eine Querbahn hinzu: von West (Dt.Pretzier) nach Ost (Osterburg) findet die Kreuzung so statt: die Strecke kommt ebenfalls von südwestl.Richtung (Rönnebeck) herein und verlässt ebenfalls in südöstlicher Richtung das auf freiem Feld gelegene Bahngelände.  

Klein Rossau um 1971, nach List, mit Fotostandorten (s.o.)

Oft beschrieben die nachmittägliche Zugkreuzungssituation (hier Herbst 1972, Strecke von Osterburg nur bis Kleinau West):
17.09 Einfahrt eines Tw (3634 Arendsee-Stendal KBS 754) von Arendsee (16.20) nach Gl.2
17.15 Einfahrt eines Tw (3631 Stendal-Arendsee) von Flessau / Stendal (15.49) nach Gl.1; dann rangieren nach Gl.3
17.21 Tw (3634) rangiert von Gl.2 nach Gl.1 und fährt nach Flessau / Stendal (an 18.46) aus
17.50 Zug mit V15 und Beiw (1194 Osterburg-Kleinau KBS 755) Einfahrt von Osterburg (17.24) nach Gl.2
17.51 Tw (3631) fährt von Gl.3 nach Arendsee (an 18.40)
17.53 Zuglok rangiert über Gl.1 ans andere Zugende, drückt über Nordkopf und zieht nach Gl.3 
17.57 Zug mit V15 und Beiw (1194) fährt von Gl.3 nach Rönnebeck / Kleinau West (an 18.42) aus 

Blick Trasse Richtung Neulinger Holz... ...am ehem.BÜ nahe Gessien


Peulingen - Bismark Anschlußbf  [210r]
Zwischen 1916 und 1921 eröffnet, bereits 1951 stillgelegt und sofort abgebaut.
Relikte: Überquerung der Stendal-Salzwedeler Strecke nahe Hohenwulsch; Dämme um Dobberkau und Schinne.

Stendal - Arneburg  [210s]
12km lange, 1000mm-Strecke, 1899 bis 1972 (1914 auf Regelspur umgebaut); danach teilweise Neubau einer 22km langen regelspurigen "Schnellbahn" zum Kernkraftwerk Niedergörne: Gv ab 1976, Pv 1977 bis 1996.
Details auf der Seite "Elbe-Havel".

 

Statistiken der wichtigsten, "inneren" Altmark-Bahnen:

KBS Streckenteil (Beginn/Ende Kilometrierung) km Status Betrieb Bemerkung
210n Salzwedel Klbf - Salzwedel Altpervertor 1,6 k1000,K 1901-1995 Gemeinsam mit Badeler Strecke betr., 1925 umgespurt.
Salzwedel Altpervertor - Dähre 22,3 k1000,K 1901-1995 1927 umgespurt mit kleinen Linienverbesserungen.
Dähre - Diesdorf (31) k1000 1901-1928 1928 zugunsten des Bonese-Umwegs aufgegeben.
Dähre - Bonese - Diesdorf 36,0 K 1928-1993 5km länger. 1981/82 wegen Gleisneuverlegung außer Betr.
210h Beetzendorf - Rohrberg 3,9 K* 1903-1973 Rohrberg Abzweigbf 1911 bis 1971.
Rohrberg - Diesdorf 17,2 K* 1903-1973 Diesdorf Gemeinschaftsbf. mit Salzwedeler Kleinbahn.
Diesdorf - Wittingen 28,8 K* 1909-1945 Nahe Hp Waddekath-Rade Zonengrenze.
210g Rohrberg - Hanum - Zasenbeck 16,1 K* 1911-1961 Vor Zasenbeck Zonengrenze, stillg.1945. Gv bis Hanum bis 1968.
210m Salzwedel Altpervertor - Krinau - Jeggeleben   k1000,K 1902-1980 1926 umgespurt. In Krinau Einmündung der Neubaukurve.
Jeggeleben - Winterfeld 19 k1000 1902-1926 In Winterfeld keine Verbindung zur Kalbe-Beetzendorfer Bahn. 
Jeggeleben - Badel 20,0 K 1926-1980 Neue Regelspurtrasse.
209d Oebisfelde - Klötze - Beetzendorf - Salzwedel 57,1 N 1889-2002 Zuletzt Betätigungsfeld für Ferkeltaxen.
210k Klötze - Faulenhorst   k750, K* 1897-1970 1926 umgespurt.
Faulenhorst - Groß Engersen - Vinzelberg 47 k750 1901-1926
Faulenhorst - Wernstedt 19 K* 1926-1970 1926 umgespurt mit neuer Kurve gen Kalbe.
210e Gardelegen - Wernstedt - Kalbe (Milde) 22 K* 1904-1967
210f Hohenwulsch - Kalbe (Milde) 15,2 K* 1899-2001 1998 noch 7 Zugpaare (KBS 307)
Kalbe (Milde) - Badel 24,9 K* 1899-1991 Ab 1926 Badel Gemeinschaftsbhf mit Salzwedeler Kleinbahn.
Badel - Beetzendorf 42,3 K* 1899-1991 Beetzendorf bis 1949 Gemeinschaftsbhf mit Reichsbahn. 
           

N=Nebenbahn   K=Kleinbahn regelsp, sonst k [Spurweite mm]    K* gehörte 1927 zur großen fusionierten Altmärkischen Kleinbahn AG Kalbe.
Sämtliche Kleinbahnen 1946 enteignet, ab 1949 bei DR.

 

Die unscheinbare Attraktivität der Altmark wird periodische Befahrungen des verkehrsrelikte-Teams bedingen.

Zustände weiterer Bahnen [KBS 1944], teils schon Jahrzehnte Geschichte (Reliktsituation noch vor Ort zu klären, Hinweise willkommen):

Goldbeck - Werben (Elbe)  [210u]
Zwischen 1886 und 1898 eröffnete regelspurige 20km lange Stichstrecke; eingestellt 1971.
Situation: (Befahrung 30.06.08, teilweise auch 26.07.07): 
Der Anfang der alten Trasse am Stellwerk B2 bei Goldbeck ist leicht auffindbar, die Trasse geht nach ca. 1 km in einen Radweg über, der von hier weiter nach Iden (nach Rohrbeck als Wirtschaftsweg) verläuft.
Möllendorf: Die Kante der Ladestraße und die Bahnsteigkante sind vor lauter Überwuche­rung gerade noch zu erkennen, aber doch existent. Walsleben: Einige Gleis- und Schwellenreste sind vor der Gaststätte Kersten an der Hauptstraße im Laufe des letzten Jahres - vielleicht zur Erinnerung - hingestellt worden. Die Halte­stelle (von der nichts mehr zu sehen ist) befand sich rechts der Gaststätte.
Rohrbeck: Die Haltestelle befand sich bis 1930 neben einem langgezogenen Fachwerkhaus, dann wurde sie Richtung Dorfstr. verlegt. Alle Spuren sind aber schon längst verschwunden. Iden: Der Bahnhof ist zum Wohnhaus umgebaut worden. Hinter Iden ist eine kleine Brücke über die Beverlake vorhanden. Giesenslage: Die (lange) Bahnsteigkante ist in A1-Zustand, das Dienstgebäude ist zum Wohnhaus umgebaut worden. Behrendorf: Das Bahnhofsgebäude ist auch bestens erhalten (auch zum Wohnhaus umgebaut), eine Mini-Brücke auf der gegenüberliegenden Straßenseite (Berger Str.) ist noch vorhanden. Werben: Der Bahnhof ist gut erhalten und wird zur Zeit als Gaststätte genutzt. Einige Nebengebäude scheinen noch zu existieren.
Ansonsten kann man die ganze Trasse bis Werben Bf. und noch weiter bis zur Elbe mit dem Rad befahren, mit Ausnahme des letzten Stücks kurz vor Werben – da endet die Trasse plötzlich an einem Acker.
 

Walsleben 2008:
Beginn eines Trassenweges

 

Exkurs im Süden:

Gardelegen - Letzlingen - Neuhaldensleben  [210a]
1911 regelspurig eröffnet (39km); um 1949/51 Letzlingen - Haldensleben stillgelegt, abgebaut.  Pv bis Letzlingen bis 1972, Gv bis 1991, seit 1993 ohne Verkehr.
Zu NVA- und frühen GDBW-Zeiten für Militärtransporte (großer TrÜbPl Altmark, heute "Gefechtsübungszentrum Letzlinger Heide") genutzt; seit wenigen Jahren neue Trasse ohne Kreuzung der B71 mit direktem Zugang zum Militärgelände; neuerbaute Brücke über SFS bei Gardelegen.  2008: am Beginn der Neutrasse abgeklemmter Damm, Schwellenberge aber weitestgehend Schienen mit Schwellenkreuzen am (schienenlosen B71-) Bahnübergang.  Letzlingen: weite verwuchernde Gleisflächen:

Links alter Letzlinger Damm, rechts neue MilBahn von Letzlingen abgeklemmt Schienen bis kurz vor dem... ...BÜ der B71 (je 2008)
Hp Letzlinger Forst und die.. ..zweite Gleissperre an B71 km 13,6 nahe Letzlingen  (je 2009)
Letzlingen, Nordkopf des Bahnhofs weite Rampenflächen Restgleis Ri. Süd (je 2008)
Zwischen Letzlingen und Wannefeld Gleis- ..und Dammende Bhf Wannefeld - Roxförde, je 2009
Während die Trasse zwischen Satuelle und Bülstringen zum Ortsweg (mit Ohrebrücke) umfunktioniert wurde, dürfte die Überbrückung des Mittellandkanals sehr lange Geschichte sein. Die Unterquerung der Fernbahn Oebisfelde- Haldensleben ist restlos verschwunden, obwohl topogr. Karten Ende der 1990er hier noch eine Brücke verzeichneten.  Höhepunkt aber die massive Brücke, dessen ungenutzter Pfad kein Geländer erfordert....
Auf der Alttrasse über Sumpfgrund;  sodann die ...Brücke über den Bullengraben (2016)

 

Abschließend ein weiterer Blick an den südlichen Rand:

Die Neubau-Schnellstrecke Hannover - Berlin hatte um Uchtspringe eine Verlegung der Trasse(n) erfordert, womit zugleich ebenso die neue B188 -parallel gebündelt- aus einigen Ortschaften entfernt werden konnte.  Die Reliktlage der alten Fernbahn ist überraschend mager:

Hier war einst eine Waldwegbrücke über der... ...verwuchernden Trasse  (je 2015) Der alte Bahnhof Uchtspringe inmitten einer Heilstätte

 

 

Dank für viele Bilder an Robin Ward.

Linktipp:
Altmarkschiene.de  mit vielen Infos und Daten.  
Eisenbahnforum OHE etc., mit vielen Altmark-Berichten und Fotoserien

Literatur:
Wolfgang List, Kleinbahnen der Altmark, Berlin 1979
Ralf R.Rossberg, Grenze über deutschen Schienen, Freiburg 1990
Wolfgang List, Stendal und die Eisenbahn - Band 2 - Die Kleinbahnen, Berlin 2006

 

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