Alte Kanäle, Schleusen, Hebewerke


Ganz im Norden:  Stecknitzkanal, Eiderkanal

Denkmal Becken Palmschleuse bei Lauenburg und der Rest des alten Kanal (endend), je 2007

Eine uralte Verbindung von Elbe und Trave (Ostsee) ist der Stecknitzkanal (14.Jahrhundert).  Nahe der alten Hafen- und Grenzstadt Lauenburg, an der Mündung der Stecknitz in die Elbe, findet sich mit Europas ältester Palm- bzw. Kammerschleuse ein bedeutendes Wasserweg-Denkmal; seine gemauerte Einfassung aus dem frühen 18.Jahrhundert (lange vor Goethes Geburt) war bis 1900 (!) unter Verkehr, bis der heutige Elbe-Lübeck-Kanal seinen Betrieb aufnahm.

 

Technisches Denkmal Schwebefähre Hemmoor

geplant

 

Alte Oder Hohensaaten

Die Oder floss zwischen Güstebiese und Hohensaaten einst über Wriezen und Freienwalde (Oderbruch); erst 1753 wurde mit dem Bau des 21km langen Oderkanals der Strom um etwa 25km verkürzt.  Kurz zuvor (1746) war der Finowkanal (die zweite Version) fertiggestellt worden, der die Havel mit der Oder verband.  Um 1850, mit vollständiger Eindeichung des Oderbruches (Alte Oder) wurden als Verbindung von Finowkanal mit Oder(kanal) bei Hohensaaten Schleusen erforderlich, die 1859 eingeweiht werden konnten und die Differenz des nun etwa zwei Meter tieferliegenden Oderbruchwasserspiegels (Finowkanal) ausglichen.  Mit Errichtung der Großschiffahrtsstraße (s.u.) verlor der Finowkanal seine Bedeutung; die neue Wasserstraße verläuft ebenso ein Stück über die alte Oder und erreicht bei Hohensaaten sowohl die ausgebaute Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße als auch über eine neue große Schleuse die Ostoder (1914).  Das kurze Stück Alte Oder - Oderkanal ist zugeschüttet anhand von Dämmen noch zu erkennen;  zwei kleine "Minihafenbecken" des Oderstroms bei Hohensaaten erinnern wie der Name des Ortsteils "Alte Schleuse" an die einstigen Finowkanalschleusen, die wohl in den 1940/50ern abgetragen worden sein dürften.

Hoher Damm und "nichts dahinter" Altes Einmündungsbecken Oder - Finowkanalschleuse

 

Schleusentreppe Niederfinow

Der Bau eines Großschifffahrtsweges Berlin - Stettin als Verbindung von Havel und Oder wurde mit einem Gesetz 1905 beschlossen.  Vier bedeutende Bauwerke verdienen Beachtung:
Kanalbrücke Eberswalde:  hier überquert die Wasserstraße die Hauptbahn Berlin - Stettin; zwei etwa 8 mal 5 Meter große Durchfahrtsöffnungen erlaubten theoretisch die Durchführung zweier zweigleisiger Strecken; tatsächlich ist derzeit ein neuer Bahntunnel in Bau, der das 1914 eröffnete, leicht marode Bauwerk überflüssig machen wird.  (Fotos i.V.)
Tunnel des Ragöser Fließ:  an dieser Stelle war ein 28m hoher Damm der Wasserstraße erforderlich; für die Unterquerung des Ragöser Fließes wurde ein 157m langer Durchlass in Betontunneltechnik (4,3m hoch und breit) gebaut. Einst mit Kähnen befahren ist er heute Teil eines Naturschutzgebietes.
Schiffshebewerk Niederfinow:  erst 1934 eröffnetes Monstrum aus Stahl, noch heute in Betrieb und Touristenmagnet.
Zuvor erfolgte der Abstieg von der Scheitelhaltung des Kanals (etwa 37m ü NN) auf Wasserspiegelniveau der Oder (ca. 1m ü NN) über die benachbarte Schleusentreppe.  Vier Kammern mit einer Nutzgröße von 67m auf 10m überwanden jeweils eine Stufe von 9m.  Zwischen den Kammern befanden sich Zwischenhaltungen von 260m, sodass ein gleichzeitiges Durchfahren in beide Richtungen möglich war.  90min für eine Passage bedeuteten trotz Einsatz elektrischer Treidellokomotiven, deren Gleise und Schwellen im gleichmäßig geneigten Waldweg stellenweise noch gut sichtbar sind, eine Kapazitätsbeschränkung, die durch das Hebewerk gelindert wurde.  1914 eingeweiht, ist die Schleusentreppe trotz Einsatzes von Sparbecken (40% Wasserersparnis) stets ein wasser- und verkehrstechnisches Sorgenkind gewesen.
Die gewaltige Masse an Beton (knapp 14m hohe Wände) steht noch funktionslos (1972 endgültig stillgelegt), manche stählernen Rohrelemente sind abgebaut.  Der wuchernde Wald erlaubt nur im Winter einigermaßen gute Einblicke, auch von der Aussichtsplattform mit Hinweistafel.  Die komplette Umzäunung verdeutlicht die Lebensgefahr des Ruinenkomplexes.
Ende der 1990er gelangen -teils mit Kranauslegertechnik- einige verwackelte Schnappschüsse:

Gleiskreuzung der alten Treidelbahn Überwuchernde Betonruinen
     
Schwellen im Treidelweg Sparbecken neben den Kammern Tiefe leere Schleusenkammer

 

Schleusenpark Waltrop

Unvollendeter Karlskanal in Nordhessen

Frankenthaler Kanal

Albersweiler Kanal in der Pfalz

Bilder und Informationen geplant

 

Literatur:
H.-J. Uhlemann, Berlin und die Märkischen Wasserstraßen, Berlin 1987


 

 

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