Flößergräben, Triftstollen


Das Muldenberger Floßgrabensystem

An der Grenze zwischen Vogtland und dem Westerzgebirge wurde im 16./17. Jahrhundert ein weitverzweigtes Floßgrabensystem angelegt, um den örtlich reichlich vorhandenen Rohstoff Holz günstiger abschwemmen zu können.  Die Überwindung zweier Wasserscheiden nötigt großen Respekt ab.  Nahe Muldenberg wird an einem rekonstruierten Flößplatz zeitweise Schauflößen geboten.

 

Ausgebrannter Stein
Etwa 30m langer Tunnel eines alten Flößergrabens im Thüringer Wald

Der 23km lange künstliche Floßgraben hoch über dem Kehltal unweit Oberhof war nach Grenzstreitigkeiten nötig geworden und Ende des 17.Jahrhunderts vom Herzog von Gotha in neunjähriger Bauzeit erstellt worden.  An einem Bergsporn musste ein im Wege stehender mächtiger Porphyrblock durchbrochen werden - mit Hilfe der Pyrotechnik (Brennen / Abschrecken), daher der Name.  Wegen der Versickerung des Wassers im Graben war die Holz-Flößerei hier keine 20 Jahre im Betrieb; ein idyllischer Wanderweg in Sichtweite der brandneuen Wald-Autobahn mit ihrer Wilden-Gera-Talbrücke ist die heutige Nutzung.

 

Der Grödel-Elsterwerdaer Floßkanal

Zur Versorgung Dresdens mit Bau- und Brennholz ließ August der Starke diesen Floßkanal errichten;  bereits 1748 fertiggestellt, ist er noch heute mit zwei Schleusen (so bei Nünchritz-Grödel) und zwei Bogenbrücken in der Landschaft zu erkennen.

Nünchritz: restaurierte und betafelte alte Schleuse... ...mitten im Wohngebiet (2007)

 

Trifttalsperre

Nördlich von Passau bei Hals findet sich bei der Trifttalsperre dieser alte knapp 120m lange Stollen unter dem Reschenstein (erbaut 1827/28), der eine Ilzschleife abkürzt und heute von unternehmungslustigen Wanderern begangen werden kann.

 

 

Schwäbisch-Fränkischer Wald

Wasserbezogene technische Denkmäler finden sich zuhauf in diesem von Rems, Fils und Kocher geprägten Gebiet:  neben den Schwellseen der Scheiterholzflößerei (etwa 18.Jahrhundert) mit ihren noch heute sichtbaren Dämmen und Ablasskanälen (z.B. am Bärenbacher Floßsee) sind sehenswert die vom Floßholz im Kieselsandstein ausgeschliffene Rinne bei der Klingenmühle (Wieslauf) sowie der Rest des Mühlkanals bei den Ruinen der Hankertsmühle (Rot)

Bilder folgen

Lit.:  Paul Strähle "Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald" Stuttgart 2000

 

 

Jede (Mit-) Haftung für Fehler oder Inhalte externer Seiten ist ausgeschlossen.
Hinweise, Kritiken, Bildangebote und -anfragen willkommen per email