Reichs-/Fern-/Bundes- und Landstraßenrelikte     

Franken

 

Unterfranken

Eine bedeutende deutsche Nord-Süd-Fernstraße war und ist die R / B 27.  Nahe der Saalestadt Hammelburg hatte sie schon frühzeitig eine "Verlegung" erhalten (Truppenübungsplatz, siehe auch TTT), aber auch die verbliebenen Straßenstücke (als St2294 geführt) haben in den 1980ern Kurvenbegradigungen am Pfaffenhauser Berg spendiert bekommen:

Oberhalb Pfaffenhausen: eine alte (R27-) Kurve... ...als Panorama-Parkplatz, Blick Hammelburg Weiter nördlich eine Kurve als Flurzufahrt (2007)
Alte Straße als Radweg, dieser unterquert... ...rechts B287 (Umgehung HAB), diese Grund für neue zusammengefasste Kreuzung westlicher.

 

Der Neubau der Autobahn 71 hat im Bereich von Niederwerrn und Pfersdorf eine Verlegung der überlasteten Bundesstraße 19 erfordert um Baufreiheit zu schaffen.  2004 zeigten sich die alten Trassenteile im Abbau; die Betonbrücken über Feldwege mit ihrer Natursteinverkleidung, angelehnt an die benachbarte alte Bahnlinie Schweinfurt - Erfurt waren ein Erinnerungsfoto wert:

Diese Brücke bei Niederwerrn verschwand als erstes Alte B19-Trasse abgetragen Herbst 2004
Drei Typen Feldwegüberbrückung Trauriger Rest vor der Beseitigung

V.l.: B19n, A71, B19-Relikt

Noch Baustellenzufahrt, bei Pfersdorf

 

Alte B19 bei Bad Neustadt hälftig Obstplantage
Diese Felderzufahrt musste eine Baustellenumfahrung
im Zuge des Zubringerbaus erhalten!
B279: Version 3, Version 2; rechts Saaletalbahn - heute Radweg
Kreisstraße bei Ochsenfurt nun Wartturmzufahrt:
ausgebaute B13 erforderte neue Einführung (je 1995)
Alte Kreisstraße Herschfeld - Rödelmaier
Wegen neuer B279 (rechts oben, im Bau 2005) überflüssig.


Extraseite:  Karriere der B8 bzw. eines alten Geleitweges  - 
Würzburg

Extraseite:  Straßenrelikte (B8) bzw. Unvollendete im Großraum Nürnberg / Fürth 

 

Mittelfranken

Die Verknüpfung der Autobahnen 7 und 3 stellt die B470 her. In Österreich würde man sie die Aischtal-Bundesstraße nennen - so oder so hat ihr Ausbau mit Ortsumgehungen prägnante Relikte hinterlassen, teils neben stillgelegten Nebenbahnen (siehe Franken).
Noch nicht so lange her ihre Führung durch Adelsdorf - alte Äste zeigen sich heute so:

Radweg = alte Allee nahe Kp  (2006) Letzte Reste östlich Adelsdorf, dann... ...wie ein Bahndamm (2007)


B 14 - eine Fernstraße mit abnehmender Bedeutung

Zwischen Bodensee und Sudetenland durchmisst die alte Reichsstraße 14 die heutigen Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern.  An wenigen Stellen, so im Großraum Stuttgart, hat sie immense Verkehrsbedeutung, ist sie großzügig ausgebaut (Relikte auch dort).  Andernorts, besonders im schwäbischen und "bayerischen" Franken, übernahm die Autobahn 6 überregionalen Verkehr; ihre heutige Funktion ist sicher mehr im mittelregionalen Berufspendel- denn im Mautflucht-Verkehr zu sehen (was aber nicht gegen ihre zunehmende Verkehrsbelastung und ihre neuerbauten Umgehungen spricht).  Folgerichtig ist sie schon weitenteils zu Landes- bzw. Staatstraßen zurückgestuft; fiskaltechnisch korrekt, wenn auch Städte wie Ansbach,  Heilsbronn und Nürnberg verknüpft werden.  Man wünschte sich lediglich eine deutlichere Beschilderung analog zum mehrklassigen Straßensystem Frankreich ("D 114"), wie es auch offensiv in Sachsen umgesetzt wird ("S 38").
Folgen wir also den Spuren der alten R/B14 von Nürnberg aus westwärts:

Gutzberg: Ortszufahrt mit neuem Belag (2007) bei Buchschwabach unterschiedlich rückgebaut (08)
Um Oedenreuth - Eindrücke vom... ...Herbst 2008 Waldrandkurvenradius = Verdachtsfall Altstraße
Nahe Heilsbronn: teils Parkplatz auf Trassee; Breiter Waldweg (Entwässerungsgraben!) 2007 ...sogar Markierungsspuren (2008)
Trassenreste westlich der Bahn N - AN Neue Führung (links) mit neuer Brücke über KBS ...mit Markierungsspuren (2008)
Bei Mülldeponie Weinberg - musterhafte... ...Trassenführung der 1960/70er... ...mit Markierungsspuren (2007)

Bilder: Wolfgang Olbrich (8)

Nutzen wir gleich die Örtlichkeit und bewegen uns erneut von Nürnberg "metropolregionverlassend"; diesmal sollen auf dem Weg gen Süden Relikte der alten B2 (einst eine der wichtigsten deutschen Reichsstraßen, siehe auch unter TTT) in Augenschein genommen werden.  Kurz bevor wir sie nahe Roth als autobahnartige Straße erreichen, erinnern Straßenstümpfe um Neuses der St 2239, dass auch Europakanalbau und Schnellstraßenausbau zu kleinräumigen Trassenverschwenkungen führten:

Kurz vor B2 nahe Schwarzach- Stumpf alte St2239 Alte B2 an AS Roth-Süd... ...hier Ende vor B2-Schnellstraße (je 2008)

Schon nahe an Frankens südlicher Grenze beschreibt die heutige B2 eine bauchige Ostumgehungskurve des Weilers Höfen (zu Langenaltheim).  Die uralte Chaussee und Reichstraße 2 indes umging Höfen einst "spiegelbildlich", also westlich; hier ist nun Wald- / Feldweg bzw. Höfezufahrt "Neuherberg".  Massive Brückensteingeländer eines Wassergrabens mit großer Durchfahrbreite erinnern an lange zurückliegende Verkehrs"lawinen":

2008: alte R/B2 nahe Höfen Weg "Neuherberg" - uralte Chaussee-Allee Weit auseinanderstehende Brückenbrüstungen

Endgültig in Bayerns Schwaben, geographisch aber Fränkische Alb: Reste der B2 bei Buchdorf; die große Umfahrung Kaisheim ist brandneu, in letzterer JVA-Schloss-Stadt ist die alte Bergrampe dreispurig noch 2008 deutlich ummarkiert erhalten gewesen.

Alte B2 bei Buchdorf, am Wasserturm (2008)


B25:  Großer Name, kleine Strecke

An der Grenze zu Württemberg verknüpft(e) die recht kurze Nord-Süd-Straße Reichsstädte wie Donauwörth, Harburg und Rothenburg (Tauber).  Nach Fertigstellung der A7 und späterer Neudefinition der "Bundesstraßenwürde" ist der Teil von Uffenheim über Rothenburg bis Wörnitz (A7) zu einer Staatsstraße zurückgestuft worden - gerade hier hat die Straße (einst wichtiger A7-Vorläufer) sehenswerte Ecken und Kanten gehabt, die seit 1970 schrittweise großzügig begradigt worden waren.
Westlich Walkersdorf erinnert eine scharfe Wirtschaftswegkurve an die gefürchtete alte Straßenführung, es folgten ein BÜ mit der Spitzkehrenbahn (...) Schillingsfürst - Rothenburg (...), eine scharfe Richtungsänderung bei Unteroestheim, erneut ein BÜ mit erwähnter Dreitälerbahn (stillgelegt 1971) sowie kurviger Führung vor Insingen.  Die breite Waldstraße um den Weiler Leidenberg indes ist Relikt der früheren Führung der Staatsstraße gen Wettringen:

2009: Alte B25 nördlich Leidenberg Bahndamm am ehem.B25-BÜ Unteroestheim

 

B466 - Schwaben-Frankenverbindung in stetig besserer Qualität

Neben der Regionalverkehrsbedeutung (Heidenheim, Neresheim, Nördlingen) muss diese Bundesstraße bedeutende Autobahnanbindung (A7, A6) - vielleicht sogar Verknüpfung bereitstellen, dazu kommt immer größerer Touristikverkehr (Neues Fränkisches Seenland).  So ist es folgerichtig, immer geradere Ausbaustücke "geliefert" zu bekommen; im Süden bei Neresheim geradezu gebirgige Kurvenaufweitungen (Jungwaldschneisenspuren, brandneu), im Norden bei Gunzenhausen feudaler Radweg als Nachfolgenutzung.  Alles zufällige "En-roulant-Erfolge"

Geislohe, ehem.Ortsdurchfahrt Jetzt neue abzweigende Vorfahrt Radweg durch den Wald, teilrenaturiert

 

 

Oberfranken

Eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen in Franken war die Reichs- und Bundesstraße 4.  Sie verband mit Nürnberg, Forchheim, Bamberg und Coburg mit die ehrwürdigsten Städte im nördlichen Bayern.  Seit den 1970ern übernimmt der Frankenschnellweg A73 diese Aufgaben, wird die B4 vielerorts zur Staatsstraße rückgestuft.  Bei Breitengüßbach und bei Forchheim überdauern an Autobahnanschlussstellen Reste der alten Straße; in Forchheim, der wohl ältesten Stadt Frankens, wurde als Zwischenlösung auf die Trasse des stillgelegten Ludwigskanals in den 1960ern die mehrspurige Fernstraße B4 mitten durch den Ort gelegt, bis in den 1980ern die heutige A73 (direkt neben dem neuen Main-Donau-Kanal) zumindest den Fernverkehr übernahm.  An einer Straßenkreuzung wacht noch immer ein altes Kanalwärterhaus, ist die im Wohngebiet auf hohem Damm liegende Stadtstraße schnell als Verkehrsnachfolger zu identifizieren.

Breitengüßbach Forchheim, jeweils alte B4, jeweils 2004

Im nordöstlichen Oberfranken hat der Neubau der A93 und der Ausbau des Zubringer- und Fernstraßennetzes an einigen Stellen klassische Straßenrelikte hinterlassen; der Verkehr "fehlt" hier seit etwa der Jahrtausendwende:

Alte B289 Blick nach Münchberg.
Neue Südumgehung mit Zufahrt andernorts.
Alte St2180 (verkehrswichtig: Wunsiedel - Schirnding)
Baum- und Buschreihe rechts ist alte Bahntrasse
Heute mit neuer AS (A93) Straße etwas nördlicher.

Auch eine unscheinbare Bauruine konnte ermittelt werden:  in der TK25 beweisen geschwungene Pfadlinien sowohl die Planung der Umfahrung von Rüdenhausen im Zuge der Südverlängerung der B 286 (den alten ortsfreien Schweinfurt-Zubringer zur A 3) - als Hinweis auf die entsprechenden trassenbedingten Flurgrenzen, vor Ort zeigte sich 2006 dann ein musterhafter Straßendamm:

Blick auf eine Straßendammruine Ein Entwässerungsgraben wird unspektakulär überbrückt

 

 

 

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